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Mein Standarddepot
22. September 20265 Min. Lesezeit

Mein Standarddepot

Mein Standarddepot umfasst 4 ETFs: 1. der Dividendensammler 2. der Technologe 3. die Emerging Markets 4. der Euro Stoxx 600 als Gegengewicht zu US-Dominanz

Von Ruhestandsmanager Redaktion

Mein Standarddepot: Vier ETFs für Ertrag, Wachstum und breite Streuung

Wie kann ein Depot aufgebaut werden, das regelmäßige Erträge ermöglicht, an langfristigen Wachstumschancen teilnimmt und gleichzeitig nicht ausschließlich von der Entwicklung des US-Marktes abhängig ist?

Mein persönlicher Ansatz besteht aus vier unterschiedlichen ETF-Bausteinen. Jeder davon übernimmt im Depot eine bestimmte Aufgabe:

1. regelmäßige Ausschüttungen

2. langfristiges Wachstum

3. Beteiligung an den Schwellenländern

4. stärkere Berücksichtigung Europas

Wichtig ist dabei: Nicht die bloße Anzahl der ETFs entscheidet über die Qualität des Depots. Entscheidend sind ihre Auswahl, ihre Gewichtung und das Zusammenspiel der einzelnen Bausteine.

1. Der Dividendensammler: regelmäßige Erträge

Der erste Baustein ist ein weltweit investierender Dividenden-ETF. Er bündelt Unternehmen, die regelmäßig einen Teil ihrer Gewinne an ihre Aktionäre ausschütten.

Diese Dividenden können laufende Erträge erzeugen und beispielsweise im Ruhestand als zusätzliche Einnahmequelle dienen. Während der Vermögensaufbauphase können die Ausschüttungen stattdessen wieder angelegt werden.

Allerdings sollte man nicht allein auf eine möglichst hohe Dividendenrendite achten. Wesentlich sind auch die wirtschaftliche Stabilität der Unternehmen, eine nachhaltige Ausschüttungspolitik und eine breite Streuung über verschiedene Länder und Branchen.

Es gibt dafür unterschiedliche ETF-Anbieter und Auswahlkonzepte. Einige setzen auf besonders hohe Ausschüttungen, andere stärker auf Qualität und kontinuierliches Dividendenwachstum. Welche Variante geeignet ist, hängt von den persönlichen Zielen ab.

2. Technologie und KI: Wachstumschancen nutzen

Der zweite Baustein ist ein Technologie-ETF. Digitalisierung, künstliche Intelligenz, Halbleiter, Cloud-Technologie und Automatisierung dürften Wirtschaft und Gesellschaft noch über viele Jahre verändern.

Mit einem Technologie-ETF lässt sich an diesen Entwicklungen beteiligen, ohne auf den Erfolg eines einzelnen Unternehmens setzen zu müssen.

Trotzdem ist dieser Baustein mit höheren Schwankungen verbunden. Außerdem enthalten viele globale ETFs bereits große US-Technologiekonzerne. Deshalb muss geprüft werden, wie stark einzelne Unternehmen und der US-Markt durch den zusätzlichen Technologie-ETF tatsächlich gewichtet werden.

Der Technologieanteil soll das Depot um gezielte Wachstumschancen ergänzen – er sollte es jedoch nicht unbemerkt dominieren.

3. Emerging Markets: an neuen Wachstumsregionen teilhaben

Der dritte Baustein investiert in Schwellenländer wie Indien, Brasilien, China oder Südafrika.

Viele dieser Staaten profitieren von einer wachsenden Mittelschicht, zunehmendem Konsum, einer jungen Bevölkerung oder dem Ausbau ihrer wirtschaftlichen Infrastruktur. Daraus können langfristig interessante Wachstumschancen entstehen.

Auch Dividenden spielen in einigen Schwellenländern eine wichtige Rolle. Ein entsprechend ausgerichteter ETF kann daher Wachstum und laufende Ausschüttungen miteinander verbinden.

Diesen Chancen stehen allerdings höhere politische, wirtschaftliche und währungsbedingte Risiken gegenüber. Die Kursentwicklung kann deutlich schwanken, und nicht jedes aufstrebende Land entwickelt sich dauerhaft erfolgreich.

Ein Emerging-Markets-ETF ist deshalb keine Wette auf ein einzelnes Land, sondern sollte möglichst breit über verschiedene Regionen und Unternehmen streuen.

4. Europa: ein Gegengewicht zum US-Markt

Viele weltweite Aktienindizes werden inzwischen stark von amerikanischen Unternehmen geprägt. Sollte sich der US-Markt über einen längeren Zeitraum schwächer entwickeln, kann sich Kapital wieder stärker anderen Regionen zuwenden – beispielsweise Europa.

Deshalb bildet ein ETF auf den STOXX Europe 600 den vierten Baustein. Der Index umfasst 600 große, mittlere und kleinere Unternehmen aus verschiedenen europäischen Ländern und Branchen.

Europa bietet unter anderem etablierte Unternehmen aus den Bereichen Industrie, Gesundheit, Finanzen, Konsum und Energie. Damit ergänzt dieser ETF den häufig technologie- und US-lastigen Aufbau vieler globaler Depots.

Auch hier gilt jedoch: Eine stärkere Gewichtung Europas ist keine Garantie für eine bessere Wertentwicklung. Sie sorgt vor allem für eine bewusstere regionale Verteilung.

Die Mischung entscheidet!

Die vier Bausteine verfolgen unterschiedliche Aufgaben:

• Der Dividenden-ETF soll laufende Erträge liefern.

• Der Technologie-ETF eröffnet zusätzliche Wachstumschancen.

• Der Emerging-Markets-ETF beteiligt das Depot an wichtigen Schwellenländern.

• Der Europa-ETF reduziert die einseitige Abhängigkeit vom US-Markt.

Wie hoch die einzelnen Bausteine gewichtet werden sollten, hängt unter anderem vom Anlagehorizont, der Risikobereitschaft, dem gewünschten Einkommen und dem Zeitpunkt späterer Entnahmen ab.

Ein Anleger mit noch 20 Jahren bis zum Ruhestand kann stärkere Schwankungen möglicherweise anders verkraften als jemand, der bereits regelmäßig Geld aus seinem Depot entnimmt. Gerade in der Entnahmephase gehören deshalb auch Liquiditätsreserven und schwankungsärmere Anlagen in die Gesamtplanung.

Sind zehn Prozent Rendite pro Jahr möglich?

Mit einer solchen Aktienstrategie können in guten Marktphasen durchaus zweistellige Ergebnisse erzielt werden. Eine Rendite von zehn Prozent pro Jahr ist jedoch weder garantiert noch sollte sie als sichere Grundlage einer Ruhestandsplanung verwendet werden.

Aktienmärkte entwickeln sich nicht gleichmäßig. Auf sehr gute Jahre können schwache Jahre oder deutliche Kursverluste folgen. Für eine belastbare Planung sollte deshalb mit verschiedenen Szenarien gerechnet werden – beispielsweise mit konservativen, mittleren und optimistischen Renditeannahmen.

Die entscheidende Frage lautet nicht nur:

Welche Rendite kann mein Depot erzielen?

Sondern auch:

Passt seine Zusammensetzung zu meinem Finanzbedarf, meinem Anlagehorizont und meinem persönlichen Risiko?

Ein Depot ist noch kein Ruhestandsplan

Ein gut strukturiertes ETF-Depot kann ein wichtiger Bestandteil der Ruhestandsplanung sein. Es ersetzt jedoch nicht die Planung selbst.

Neben der Kapitalanlage müssen auch der Zeitpunkt und die Höhe der späteren Entnahmen, Steuern, Inflation, Liquiditätsreserven, mögliche Pflegekosten und eine gewünschte Vermögensnachfolge berücksichtigt werden.

Erst wenn alle Bausteine aufeinander abgestimmt sind, entsteht aus vier ETFs ein Konzept, das auch zum persönlichen Ruhestand passt.

Weitere Informationen finden Sie auf ruhestandsmanager.de.

Was bedeutet das für Ihre Planung?

Eine belastbare Antwort entsteht aus Ihren Zahlen, Ihrem Zeitplan und Ihrer persönlichen Risikotoleranz.

In einem unverbindlichen Erstgespräch klären wir, welche Fragen zuerst beantwortet werden sollten.